Marketplaces in Deutschland nutzen

Online-Marketplaces in Deutschland

Amazon, Zalando, eBay, ABOUT YOU und Co. – in Deutschland können verschiedenste digitale Marketplaces genutzt werden, um die eigenen Produkte zu verkaufen. Besonders in der Fashion-Branche gibt es viele Anbieter, welche auch kleinen Marken den Vertrieb der eigenen Produkte über ihre Plattform ermöglichen.

Wenn auch Du Deine Produkte über einen Online-Marktplatz vertreiben möchtest, solltest Du Dich im Vorhinein gut informieren. Im Folgenden erfährst Du deshalb alles Wichtige über die Vorteile, Funktionsweisen und Kosten verschiedener Marketplaces in Deutschland. Mit dem richtigen Wissen und einem erfahrenen Partner an Deiner Seite kannst auch Du innerhalb kürzester Zeit Deine Produkte einer internationalen Kundschaft anbieten.

Inhalt:

  1. Einleitung
  2. Marketplaces in Deutschland
  3. Produkte verkaufen
  4. SEO und Rankings
  5. Eigener Online-Shop

Was ist ein Online-Marketplace?

Ein Online-Marketplace ist eine digitale Plattform, auf welcher verschiedene Anbieter ihre Produkte direkt an den Kunden verkaufen können. Damit stellt der Online-Marketplace das Gegenteil zum klassischen Online-Shop dar, bei welchem häufig nur ein einzelner Verkäufer in Erscheinung tritt. Große Marketplaces wie Amazon, Zalando oder ABOUT YOU generieren mit ihrem breiten Angebot an verschiedensten Produkten große Mengen an Traffic, was einen zentralen Vorteil für die Verkäufer auf der Plattform ausmacht.

Besonders junge Startups profitieren von den Vorteilen der Marktplätze. So können neue Produkte und Marken – auch ohne große Marketing-Kampagne – einer Vielzahl von potenziellen Käufern präsentiert werden. Auch Logistik- und Fulfillment-Dienstleistungen werden durch einige der großen Marketplaces übernommen. Von der Entwicklung eines Produktes bis zum internationalen Versand sind so nur wenige Schritte nötig und neue Geschäftsideen lassen sich innerhalb kürzester Zeit realisieren.

Eine Liste mit Marketplaces in Deutschland

Amazon und eBay sind nur zwei der bekanntesten Marketplaces, welche in Deutschland bereits seit vielen Jahren aktiv sind. Doch gerade im Fashion-Bereich gibt es in Deutschland eine Vielzahl an unterschiedlichen digitalen Marktplätzen wie Zalando, ABOUT YOU und OTTO. Im Folgenden findest Du einen kleinen Überblick über die größten Marketplaces, welche in Deutschland besonders in der Modebranche aktiv sind.

MarketplaceBesonderheiten
Amazongrößter Marketplace der Welt
Zalandogrößter deutscher Marketplace für Mode & Kosmetik
ABOUT YOUMode & Accessoire-Marketplace der Otto Group
OTTOeines der ältesten Online-Versandhäuser in Deutschland, großer Fashion-Bereich
ASOSgroßer britischer Marketplace für Fashion und Beauty-Produkte, auch in Deutschland aktiv

Amazon

Amazon ist weltweit der größte und vermutlich bekannteste Online-Marketplace. Hier werden Produkte aus aller Welt und aus allen Branchen angeboten. Etwa 450 Millionen Menschen besuchen die Website Amazon.com monatlich. Gerade deshalb ist es für junge Startups interessant, die eigenen Produkte auf Amazon anzubieten. Kaum eine Marketing-Kampagne kann mit dem Traffic auf dem Marketplace mithalten.

Zalando

Seit 2008 werden auf Zalando Produkte aus den Bereichen Fashion und Kosmetik in ganz Deutschland vertrieben. Mittlerweile ist das Unternehmen mit seinem digitalen Marketplace in mehr als 10 europäischen Ländern tätig und kann jeden Monat hohe Besucherzahlen auf seinen Websites nachweisen. Auf Zalando als Händler tätig zu werden, kann sich also auch für junge Unternehmen lohnen.

ABOUT YOU

Auch auf dem Marketplace von ABOUT YOU werden primär Artikel aus dem Fashion-Bereich vertrieben. Diverse Händler bieten hier ihre Produkte an und können diese – dank der ABOUT YOU-Shopping-App – an Kunden in ganz Europa verkaufen. Gerade für Startups, welche sich auf den Vertrieb per Mobilgerät und auf die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen spezialisieren möchten, kann ABOUT YOU eine sinnvolle Option sein.

Produkte verkaufen – so funktioniert’s

Produkte verkaufen - so funktioniert's!

Mit dem richtigen Plan kannst Du bereits in wenigen Tagen mit dem Vertrieb Deiner eigenen Produkte auf einem Online-Marktplatz beginnen. Nach der Anmeldung und Accounterstellung auf der entsprechenden Website musst Du zunächst Deine Produkte in den Katalog der Website einpflegen.

Fast alle großen Marketplaces haben hierfür jedoch Tools entwickelt, welche leicht und ohne große Vorkenntnisse zu bedienen sind. So kannst Du schnell und einfach eine grundlegende Produktseite anlegen. Die größte Herausforderung liegt häufig in der Organisation von Logistik und Fulfillment. Wie regele ich Warenannahme, Lagerhaltung und Versand? Gerade wenn der gewählte Marketplace keine entsprechenden Services anbietet, muss eine Alternative her. Hier können externe Anbieter für Logistik und Fulfillment die richtige Lösung sein. Mit einem erfahrenen Anbieter kannst Du Deine Logistik innerhalb kürzester Zeit organisieren.

Anmeldung und Account

Viele Marketplaces haben den Anmeldeprozess möglichst einfach gestaltet, damit der Einstieg auch für Privatpersonen leicht fällt. So werden nur wenige persönliche Informationen wie die Adresse, die Bankdaten und die Steuernummer benötigt, bevor Du beginnen kannst, Deine Produkte auf der Plattform zu verkaufen. Gerade bei in Deutschland ansässigen Unternehmen ist der Prozess besonders einfach, da keine internationalen Richtlinien beachtet werden müssen.

Übliche Kosten

Die genauen Verkaufsmodelle variieren zwar von Anbieter zu Anbieter, aber eine grobe Übersicht über die üblichen Kosten können die Informationen von Amazon geben. So wird häufig eine geringe monatliche Basis-Gebühr verlangt, welche bereits bei 40 Euro im Monat beginnen kann. Darüber hinaus fällt eine Gebühr für jeden getätigten Verkauf an, welche meist prozentual zum Verkaufspreis berechnet wird. So können sich auf der einen Seite junge Unternehmen den Service leisten, der Marktplatz profitiert gleichzeitig aber auch bei großen Händlern durch das flexible und skalierbare Pricing.

Abwicklung und Fulfillment

Manche Marketplaces bieten ihren Händlern einen eigenen Logistik- und Fulfillment-Service an. Gegen eine entsprechende Gebühr wickelt der Marketplace dann von Warenannahme über Lagerhaltung bis Versand alle Logistikaufgaben ab. Alternativ können auch externe Anbieter für Logistik und Fulfillment eine sinnvolle Möglichkeit sein – gerade wenn der Marketplace keine entsprechende Leistung anbietet oder Du auf der Suche nach einem besseren oder umfangreicheren Angebot bist. Die Kosten für externe Logistik haben wir hier zusammengetragen.

Rechtliche Aspekte – Gewerbe und Kleingewerbe

Wenn Du gerade erst damit beginnst, Deine Produkte auf einem Online-Marketplace zu verkaufen, dann wirst Du in der ersten Zeit vermutlich vergleichsweise geringe Umsätze haben. Das sollte Dich aber nicht abschrecken! Denn gerade am Anfang kannst Du von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Liegen Deine jährlichen Umsätze unter 22.000 Euro, so kannst Du Dich beim Finanzamt als Kleinunternehmer anmelden und wirst von der Umsatzsteuer befreit. Diese eingesparten Kosten kannst Du an Deine Endkunden weitergeben und Deine Produkte besonders preiswert anbieten.

SEO und Rankings in Marketplaces

Marketplaces wie z. B. Amazon haben ein eigenes SEO- und Ranking-System, welches darüber entscheidet, welche Produkte auf dem Marketplace an erster Stelle präsentiert werden. Ähnlich wie bei Google werden besonders die Ergebnisse auf der ersten Seite viel geklickt. Wenn du also erfolgreich auf einem Marketplace verkaufen möchtest, solltest du das Ranking verstehen und zu deinem Vorteil nutzen.

Die genaue Funktionsweise unterscheidet sich zwar von Marktplatz zu Marktplatz, aber ganz allgemein setzt sich das Ranking aus der Relevanz eines Produktes für die individuelle Suchanfrage und aus der Performance des Produktes zusammen. Es ist also wichtig, die eigenen Produkte mit treffenden und prominenten Keywords zu beschreiben. Durch eine realistische Produktbeschreibung und gute Kundenbewertungen werden außerdem Faktoren wie die Klick- und Conversion-Rate beeinflusst, welche zu einem positiven Ranking beitragen können. Vertraue insgesamt lieber auf gute und individuelle Beschreibungen als auf billige Tricks mit Keywords. Gute Bewertungen oder auch Rabattaktionen machen deine Produkte auf dem digitalen Marktplatz gefragter, was sich letztendlich auch im Ranking niederschlägt.

Doch lieber ein eigener Online-Shop?

Während Du auf einem Online-Marketplace von dem hohen Traffic der Website und den bestehenden Infrastrukturen profitieren kannst, gibt es auch Aspekte, welche für einen eigenen Online-Shop sprechen. So lassen sich die fixen monatlichen Kosten, welche für einen eigenen Online-Shop anfallen, besser planen und Deine Ausgaben steigen bei höheren Verkaufszahlen nicht automatisch. Gerade bei hohen Verkaufszahlen und wenn Deine Marke bereits etabliert ist, kann ein eigener Shop also eine sinnvolle Alternative sein.

Auch wenn Dir die Gestaltungsfreiheit Deines Shops wichtig ist, könntest Du bei einem großen Marketplace auf Probleme stoßen. Hier wird Dein Produkt schließlich in die bestehende Website eingebettet und es gibt nur geringe Möglichkeiten zur Personalisierung Deiner Seite. Mit einem eigenen Online-Shop sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt und Du kannst eindeutig aus der Konkurrenz hervorstechen.

Eigener Online-ShopVorteileNachteile
hohe Gestaltungsfreiheitvergleichsweise geringer Traffic (gerade zu Beginn)
keine Konkurrenzprodukte auf derselben WebsiteLogistik und Fulfillment müssen selber organisiert werden
fixe und gut kalkulierbare KostenZeit bis zum ersten Verkauf vermutlich länger als auf einem Marketplace